8. Dezember 2014

Zauberwelten von Mato

Kennengelernt habe ich die französische Künstlerin Mato bei der Arbeit - als wir in einem Team den "Grenzgängerweg" zwischen dem elsässischen Wingen und dem pfälzischen Nothweiler konzipierten und einrichteten. Sämtliche Kunstinstallationen und Schilder sind von ihr entworfen und hergestellt worden (hier Bilder vom Grenzgängerweg).

Neben solch "praktischen" Installationen, die den Texten weitere Formen der Sinneswahrnehmung hinzufügen, entdeckte ich in Matos Atelier eine völlig andere Seite der Künstlerin. Wer etwa beim Elsässer Kreuzstichfestival die Tage der Offenen Tür in ihrem Atelier in Lobsann nutzte oder jetzt ihre Weihnachtsausstellung besucht, der weiß, wovon ich rede. Viel zu achtlos mag man zufällig die Hauptstraße in Lobsann entlangrauschen ... auf einmal steht da ein gemaltes Schild, sind Dekorationen bei einem alten Fachwerkhaus mit Innenhof zu sehen. Es zieht einen hin, etwas ist anders, etwas wirkt anheimelnd - und in der Dämmerung leuchten Kerzen und Lichter.

Bilder: Impressionen von den Ateliertagen beim Kreuzstichfestival:


Die Schilder sind das Zeichen dafür, dass das Atelier geöffnet ist. Ebenerdig treten die Neugierigen ein und sofort verwandeln sich die Gesichter mit einem Lächeln. Die Welt hier drinnen ist eine besondere, sie umgarnt die Eintretenden mit einer sehr eigenen Magie. Assoziationen aus der Kindheit werden wach, wenn man auf fremden Speichern Schätze in Kisten entdeckte; innere Bilder von Wichtelhöhlen und Waldmärchen kommen einem in den Kopf und vom duftenden Sonntagskuchen auf dem alten Buffet der Großmutter. Waldwesen, Bilder, Möbel ... gute Gespräche bei jedem Besuch und interessante Menschen, denen man im Alltagstrott vielleicht nie über den Weg gelaufen wäre - das alles macht den Reiz dieser Atelierbesuche aus, noch bevor man sich mit der Kunst beschäftigt.

Neben Antiquitäten und Kunst sind auch Weihnachtsdekorationen zu kaufen

Die Kunst lohnt mehr als nur einen schnellen Blick, denn Mato schöpft aus einem reichen Fundus sehr unterschiedlicher Phasen. Sie belebt rohes Holz und Fundstücke genauso selbstverständlich zu Figuren, die aus märchenhaften Zwischenwelten zu stammen scheinen - wie sie sich großformatigen, abstrakten Gemälden widmet.

Sinnlich, in feinen Nuancen schwelgend: Matos Gemälde
Es sei das Füllhorn des Lebens, das sie mit seinem Reichtum inspiriere und antreibe, gesteht sie in warmherzig wirkender Bescheidenheit und sagt über sich selbst: "Je suis une butineuse de perceptions subtiles, une voltigeuse d’états d’âmes, et une distillatrice de malices rigolotes." (Ich nasche vom Nektar feinster Wahrnehmungen, balanciere auf Seelenschwingungen und destilliere lustige Schelmereien.)

Seltsame Waldwesen und eigenwillige Ikonen - eine Schelmerei?
Geschenke für jeden Geschmack und Geldbeutel
Was Mato in ihrer Kunst schöpft und in Workshops und Malkursen vermittelt, ist viel zu reichhaltig für einen kurzen Blogartikel. Mögen hier die Bilder aus ihrem Atelier auf die Gemeinschaftsausstellung neugierig machen.

Geschmackvolle Weihnachtsdekos zum Kaufen
Ausflugstipp:
Atelier Mato in Lobsann (bei Soultz-sous-Forets)
derzeit Gemeinschaftsausstellung mit dem Restaurator Alain Mino von "La caverne du Brocanteur" (Antiquitäten) in Beinheim und Richard Angot von "Etimoé" (handgefertigte Schreibpreziosen aus Edelhölzern) in Lobsann
geöffnet an den beiden Wochenenden vor Weihnachten (13./14.12 + 20./21.12.) und nach Vereinbarung
Adresse und Kontakt hier (Mato spricht auch Deutsch)

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